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Elternschaft mit behinderten Kindern in NRW

Bericht über das 2. landesweite Themenforum "Elternschaft mit behinderten Kindern in NRW" am 17.05.2008 in Dortmund

Der Landesverband Körper- und Mehrfachbehinderte NRW hatte zum 2. Elternforum eingeladen und da ich (Sabine Heilwagen) nach dem ersten Forum im Herbst wissen wollte, wie es weitergeht, war ich dabei.

Kurz zum Hintergrund dieser Foren

Der LVKM lädt zu verschiedenen Themen wie Elternschaft, Berufsausbildung, Wohnen, Gesundheit zur Arbeit in Foren ein. Ziel ist es, Verbandsarbeit weg von hierarchischen Strukturen mit einer breiten Basis zu gestalten. Vor allem sollen Betroffene, aber auch „Professionelle“ wie Therapeuten, Frühförderer, Heimmitarbeiter im Dialog Ziele und Wege, Lösungsmöglichkeiten erarbeiten, wie die Lebenssituation mit Behinderung verbessert werden kann. So will der LVKM beispielsweise Ergebnisse dieser Arbeit als gewichtige Stimme von Eltern und Betroffenen in Politik- und Verwaltungsgremien weiterreichen. Grundgedanke dieser Arbeit ist, dass Verbände wie der LVKM nicht an den Erwartungen ihrer Mitglieder vorbeiarbeiten sollen.

Im ersten Forum wurde in einer großen Runde von betroffenen Eltern aber auch mit Therapeuten und Frühförderern Aussage zu der Frage gesammelt „Was beschäftigt mich aktuell?“ Es schälten sich schnell drei komplexe Problemkreise heraus:

1. Die Außenseiterrolle-das Miteinander

Hier ging es einmal um das Wahrgenommenwerden des Anderssein, sowohl gegenüber Außenstehenden, als auch von Menschen mit Behinderung untereinander (bspw. Körper- und Geistigbehinderte ), Integration, Öffentlichkeit.

2. Hilfen und Entlastung für Eltern

Ratlosigkeit, Antragswesen / Bürokratie, fehlendes Netzwerk von Hilfen, Wunsch nach einem sogenannten „Kümmerer“, der Eltern von Geburt ihres Kindes an begleitet und bei Bedarf (und nur dann) Wege durch den Bürokratiedschungel findet und die Eltern somit entlastet

3. Umgang von Professionellen und Eltern miteinander

Häufig bestehende Dissonanz zwischen Eltern und „Professionellen“, sei es Schule, Kita, Therapeuten oder Wohngruppenmitarbeitern, Wunsch nach Ernstnehmen von Eltern, ein „Ministerium für Elternschaft mit behinderten Kindern“wäre wünschenswert

Im zweiten Forum waren wir nun in etwas kleinerer Runde, allerdings auch wieder eine gute Mischung zwischen Eltern und Profis. Nun wurden die Hauptthemen dahingehend bearbeitet, dass diskutiert wurde, was klappt noch nicht und woran liegt es, was muss sich verändern und wie kann eine Veränderung bewirkt werden. Da mir das Protokoll noch nicht vorliegt, kann ich leider noch nicht konkreter werden.

Wir haben jedoch beschlossen, anhand der herausgearbeiteten Problemfelder zu den 3 Themen beim nächsten Mal konkrete Wege und Ziele zu erarbeiten, die dann ggf. in einem Forderungskatalog den entsprechenden Stellen in der Politik und in Ministerien vorgelegt werden sollen.

Insgesamt stelle ich für mich fest, dass es ein spannender Tag war, der meine Sicht wieder erweitert und bereichert hat. Natürlich muss einem bewusst sein, dass diese Art der „Verbandsarbeit“ Geduld und einen langen Atem braucht, da man sich nur ca. 2-3 Mal im Jahr trifft und man so nur in kleinen Schritten vorwärts kommt. Aber steter Tropfen höhlt den Stein.

Sobald mir das ausführliche Protokoll vorliegt, werde ich im Forum die Ergebnisse zusammenfassen. Weitere „Mitarbeiter“ aus NRW zu den Foren sind herzlich willkommen (weitere Info zu den Foren und das Zukunftskonzept des LVKM unter www.lv-nrw-km.de/).