Vor diesem Hintergrund entwickelte sich neben dem besonderen Augenmerk für das kranke/ behinderte Kind und seine Lebenssituation durch die tägliche Arbeit in den Familien auch eine hohe Sensibilität für die außerordentlichen Anforderungen, die viele gesunde Geschwisterkinder in dieser Familiensituation zu bewältigen haben oder oft wie selbstverständlich annehmen.
Was kann es für ein gesundes Geschwisterkind bedeuten, in einem Familiensystem zu leben in dem ein Kind von chronischer Krankheit und/oder Behinderung betroffen ist?
Sowohl in unserer praktischen Arbeit als auch in den bisher wenigen unterschiedlichen wissenschaftlichen Studien (z.B. Hackenberg 1987 und 1992) zeigt sich, dass die Familiensysteme von intensivem Bemühen und Wohlwollen der Eltern sowohl um ihre kranken als auch gesunden Kinder geprägt ist. Den Eltern wird das höchste Maß an Energie abverlangt zur Bewältigung der Situation und die Sorge/ Fürsorge und Versorgung des kranken/ behinderten Kindes bindet verständlicherweise viele Kräfte der Eltern. So zeigen die unterschiedlichen Studien (ebd.; Grossmann 1972) dass den gesunden Kindern viel Verständnis, Kooperation und Rücksicht abverlangt wird, bzw. sie diese auch von sich aus zeigen. Sie wachsen vielfach zu sensiblen, sozial engagierten und die eigenen Bedürfnisse zurückstellenden Jugendlichen/ jungen Erwachsenen heran. In der Entwicklung der gesunden Geschwister sind die in jeder Geschwisterbeziehung vorhandenen Rivalitäten, Sorgen um den anderen sowie das Verfechten der eigenen Individualität durchgehende Themen jedoch finden sich bei den gesunden Kindern häufiger auch Gefühle wie Verunsicherung, Scheu (ausgeprägte Zurückhaltung), Traurigkeit, Anderssein und Schuldgefühle als stetige Begleiter.
Wie ist das Projekt kreakids bei fips e.V. entstanden?
Sowohl in unserer Arbeit als auch in den Studien wird deutlich, dass viele Eltern natürlich die emotionale Bedürftigkeit ihrer gesunden Kinder wohlwollend im Blick haben, es ihnen jedoch zeitweilig bis häufig an Kräften fehlt, in ähnlicher Intensität in den familiären Strukturen darauf mit besonderen Angeboten einzugehen. In den Gesprächen mit den Eltern wurde immer wieder deutlich, dass der Bedarf an gesonderten Angeboten für die gesunden Geschwister deutlich vorhanden ist. Unsere Recherchen ergaben jedoch, dass es in einem für die Eltern zumutbaren Umkreis des Einsatzgebietes von fips e. V. keine speziellen psychosozialen Angebote für diese Geschwisterkinder gibt. Aus diesem Grund hat es fips e. V. sich im Sinne seines systemischen Verständnisses von Familie zur Aufgabe gemacht, genau auch diese Geschwisterkinder konzeptionell zu berücksichtigen. Hieraus ist ein lebendiges Gruppenangebot mit spielerisch- künstlerischem Fundament geworden.
Was machen wir in der Gruppe kreakids von fips?
Die Kinder malen, zeichnen, modellieren, es gibt viele neue Spiele auszuprobieren, auch steile Kletterwände können die Kinder mutig zusammen erklimmen ebenso wie feinfühlige Freunde gewinnen. Über Spielen, Bilder, Geschichten und Aktivitäten können die Kinder Stimmungen ausdrücken und über das reden, was ihnen wichtig ist. Das Experimentieren mit verschiedenen Materialien (z.B. Malen und Modellieren) und Bewegungsabläufen (z.B. beim gesicherten Klettern) steigert das Selbstvertrauen und lässt Individualität reifen.
In der Gruppe werden die Kinder sowohl bestärkt, ihre eigenen Ideen einzubringen und diesen ohne Leistungsanspruch Ausdruck zu verleihen als auch in der Begegnung mit den anderen zu wachsen.
Die Kinder werden dabei von der Gruppenleitung angeregt, geführt und zur Selbstinitiative ermutigt.
Wer kann an der Gruppe teilnehmen?
Teilnehmen können Geschwisterkinder zwischen 6 und 10.Jahren. Die Gruppenstärke umfasst ca. acht bis zehn Kinder. Die Anmeldung der Kinder erfolgt idealer Weise verbindlich für einen kompletten Gruppenzyklus der 10 bis 12 Gruppeneinheiten verteilt über mehrere Monate umfasst.
Wann starten die kreakids von fips? Und wie erfolgt die Anmeldung?
Die genauen Termine werden den Interessenten bei Kontaktaufnahme bekannt gegeben bzw. auch auf der Homepage veröffentlicht. Ab sofort nehmen wir Anfragen und Anmeldungen entgegen.
Eine vorhergehende Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Sie erreichen uns unter der Telefonnummer: 02 21-16 80 600. Als Ansprechpartnerin für weiterführende Fragen steht Ihnen gerne die Gruppenleiterin – Diana Marten- unter obiger Telefonnummer und auch per Mail diana.marten@fipskoeln.de zur Verfügung.
Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen.
Heike Brüggemann
Dipl.Sozialarbeiterin
fips e.V. – Hilfen für Kinder und Familien
Subbelratherstr. 15c
50823 Köln
Tel.: 0221 168060-0
Fax.: 0221 168060-99
heike.brueggemann@fipskoeln.de
www.fipskoeln.de
